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Vordemwald

Vordemwald liegt in der Schweiz, im Kanton Aargau (Nordwestschweiz). In der Nähe der Autobahnverzweigung Wiggertal. (Autobahnen A1 und A2). Es ist über die A1 Ausfahrten Rothrist und Oftringen oder über die A2 Ausfahrt Reiden schnell erreichbar.
  www.vordemwald.ch
Kanton: Aargau
Bezirk: Zofingen
Fläche: 10.15 km2
Höhe: 430 m ü. M.
Einwohner: 1733
(31.12.2007)
Karte:



Geographie

Die Gemeinde befindet sich im Tal der Pfaffneren, die von Süden nach Norden verläuft und bei Rothrist in die Aare mündet. Mehr als die Hälfte der Fläche der Gemeinde ist bewaldet. Der Unterwald im Westen und der Boowald im Südwesten sind Teil des grössten zusammenhängenden Waldgebiets des Kantons Aargau. Das Tal und die Anhöhen im Südosten und Norden wurden im Laufe der Jahrhunderte gerodet. Rund um das Dorfzentrum befinden sich einzelne Weiler, Rümlisberg im Norden, Benzligen im Südosten und Chratzeren im Süden.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1015 Hektaren, davon sind 584 Hektaren bewaldet und 67 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich im Boowald auf 550 Metern, die tiefste Stelle liegt auf 414 Metern an der Pfaffneren.
Nachbargemeinden sind Rothrist im Norden, Strengelbach im Osten, Brittnau im Südosten und Murgenthal im Westen.

Geschichte

Im 9. und 10. Jahrhundert stieg die Bevölkerung in Zofingen stark und dehnte sich über die Wigger nach Westen in den Urwald aus. Auf den frisch gerodeten Anhöhen entstanden acht Steckhöfe. Die als «Waldviertel» bekannten Steckhöfe wuchsen stetig. Ihre Bewohner lebten weitestgehend autonom und kümmerten sich kaum um den übergeordneten Staat.
Während des Mittelalters war das Gebiet um Vordemwald Bestandteil des Amtes Aarburg, das im Besitz der Grafen von Frohburg war. Das Amt wurde 1299 an die Habsburger verkauft, die damit sowohl die niedere wie auch die hohe Gerichtsbarkeit besassen. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; das Gebiet um Rothrist gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem Berner Aargau. Die Reformation wurde 1528 eingeführt.
Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Der westlich der Wigger gelegene Teil des Amts Aarburg gehörte zunächst zum Kanton Bern (Distrikt Langenthal) und wurde dann im März 1803 dem Kanton Aargau angefügt. Am 17. August 1803 fand erstmals eine Gemeindeversammlung statt; die Steckhöfe wurden unter dem neuen Namen Vordemwald vereinigt. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt, das Bevölkerungswachstum war im Vergleich zum übrigen Bezirk unterdurchschnittlich.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss ausgerissene grüne Tanne, unten belegt mit rotem V.» Die Gemeindesiegel von 1811 und 1872 zeigten eine ausgerissene Tanne mit den Buchstaben G und W für «Gemeinde Wald». Später liess man die Buchstaben weg, da diese oft zu spöttischen Bemerkungen Anlass boten («Grössen-Wahn»). Um Verwechslungen mit ähnlichen Tannenwappen zu vermeiden, wurde 1962 das grosse V für «Vordemwald» hinzugefügt.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2007 lebten 1733 Menschen in Vordemwald, der Ausländeranteil betrug 4,0 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 70,2 % reformiert und 18,7 % römisch-katholisch; 1,6 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 96,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,4 % Italienisch.

Politik und Recht

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2006-2009 ist Marlise Liebi.
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Vordemwald gehört zum Friedensrichterkreis Brittnau.

Wirtschaft

In Vordemwald gibt es rund 500 Arbeitsplätze, davon 18 % in der Landwirtschaft, 25 % in der Industrie und 57 % im Dienstleistungsbereich. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Zofingen und Umgebung.
Der wichtigste Arbeitgeber ist das Pflegeheim Sennhof. Es wurde 1898 als Heim für verwahrloste und verwaiste Knaben gegründet und 1931 in ein Pflegeheim für Langzeit- und Chronischkranke umgewandelt.

Verkehr

Vordemwald liegt an der Hauptstrasse zwischen Zofingen und Langenthal, Nebenstrassen führen nach Rothrist und Pfaffnau. Die Anschlüsse Rothrist und Reiden der Autobahn A1 und A2 sind nur wenig Kilometer entfernt. Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz erfolgt durch die Buslinie nach Zofingen.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Vordemwald selber oder in Brittnau besucht werden, die Bezirksschule in Zofingen, Brittnau oder Rothrist. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Zofingen und Aarau.

Persönlichkeiten

Eduardo Schaerer (1873–1941), Präsident Paraguays von 1912 bis 1916, war Bürger von Vordemwald.

Literatur

Einwohner- und Ortsbürgergemeinde Vordemwald (Hrg.): Vom Wald über die Waldgemeinde zu Vordemwald; 2003


Quelle: Wikipedia